Warum im Bella Posta keine Wand weiß bleiben durfte
Wer zum ersten Mal ins Bella Posta kommt, merkt schnell: Weiß ist hier eher die Ausnahme. Warme Terracotta-Töne, sanftes Salbeigrün, sonniges Gelb oder zarte Pfirsichfarben begleiten unsere Gäste durchs Haus. Kein Zimmer gleicht dem anderen, jeder Raum hat seinen eigenen Charakter.
Doch warum eigentlich?
Die Antwort beginnt lange bevor die erste Wand gestrichen wurde. Das Bella Posta war viele Jahre als Hotel Post Victoria bekannt. Seine Geschichte reicht jedoch noch weiter zurück: bis ins 16. Jahrhundert, als sich an dieser Stelle ein Bauernhof befand. Daraus wurde später ein Gasthaus, später das traditionsreiche Post Victoria – ein Ort, an dem Reisende ankamen, einkehrten und weiterzogen.
Wie so viele Häuser hat sich auch dieses über die Jahrhunderte immer wieder verändert. Es wurde erweitert, umgebaut und den Bedürfnissen der jeweiligen Zeit angepasst. Vieles von seiner ursprünglichen architektonischen Handschrift ging dabei verloren. Als wir das Haus neu gestalten durften, stand deshalb nicht zuerst die Frage nach Farben oder Möbeln im Raum, sondern eine ganz andere.
Was bleibt, wenn ein Haus neu wird?
Schnell war klar: Aus dem ehemaligen Post Victoria sollte kein Museum werden. Aber genauso wenig sollte das Haus austauschbar wirken. Also beschlossen wir, das zu bewahren, was ihm bis heute Charakter verleiht: Das historische Treppenhaus mit seinem Geländer. Die historischen Doppeltüren zu den Zimmern. Stubentäfelung und Kachelöfen. Viele Bilder und kleine Erinnerungsstücke, die seit Jahren zum Haus gehören. Alles andere durfte neu gedacht werden.
Von Anfang an sollte das Bella Posta scheinbare Gegensätze miteinander verbinden: Hotel und Residence. Opulent und zugleich schlank. Eklektisch und dennoch behaglich. Großzügig, aber smart. Vor allem aber sollte es ein Ort sein, der einladend ist, ungezwungen wirkt und dieses besondere italienische Lebensgefühl vermittelt, das man nicht erklären muss – sondern einfach spürt.
Aus dieser Idee entwickelte sich zunächst das Farbkonzept. Gemeinsam mit dem Architekturbüro Studio raro wurde diese Identität anschließend auf das Haus übertragen – mit Farben, Materialien und vielen kleinen Details, die heute das Bella Posta prägen.
Die Farben sollten nie historisch wirken, sie sollten Lebensfreude ausstrahlen.
Sie erinnern an sonnengewärmte Fassaden, mediterrane Gärten, reife Zitronen, einen Aperitivo auf der Terrasse oder einen langen Sommerabend mit Freunden. Kurz gesagt: an Wärme, Leichtigkeit und ganz viel Dolce Vita.
Vielleicht ist genau deshalb keine Wand weiß geblieben. Nicht, weil Weiß nicht schön wäre, sondern weil das Bella Posta ein Haus ist, das Freude machen soll. Ein Haus, das seine Geschichte nicht versteckt, aber genauso wenig in der Vergangenheit stehen bleibt. Ein Haus, das Lust auf Urlaub macht.